Die Stadt Fürstenwalde hat derzeit drei Ehrenbürger. Die Stadtverordnetenversammlung entscheidet auf Antrag und mit Mehrheit, wer zum Ehrenbürger der Stadt ernannt wird. Grundlage dafür ist die Drucksache 1/729.
Ehrenbürger kann werden, wer sich in besonderem Maße um die Entwicklung der Stadt Fürstenwalde und das Wohl der Bürger auf politischem, sozialem, wirtschaftlichem, kulturellem, heimatstädtischem oder sportlichem Gebiet verdient gemacht hat. Vorschläge für die Verleihung der Ehrenbürgerrechte können der Bürgermeister, die im Stadtparlament vertretenen Parteien, eingetragene Vereine oder die Kirchen den Stadtverordneten zur Beschlussfassung vorlegen. Der Beschluss muss mit Mehrheit gefasst werden. Die zu ehrende Person muss dem Ansinnen zustimmen. Deshalb können nur lebende Personen Ehrenbürger werden.
Geboren am 14. 7. 1928 in Sprothau, in Fürstenwalde beheimatet seit 1952.
Wolfgang Kahl erhielt die Ehrenbürgerschaft für seine Verdienste beim Aufbau einer lebendigen und aktiven Domkantorei am Fürstenwalder St. Marien Dom. Ihm ist es zu verdanken, dass durch sein musikalisches Wirken die Evangelische St. Marien Domgemeinde weit über die Grenzen der Stadt Fürstenwalde hinaus bekannt geworden ist. Außerdem hat er als Domorganist selbst wichtige musikalische Akzente gesetzt und mit seinem Wirken in das kulturelle Leben der Stadt Fürstenwalde ausgestrahlt.
Die Ehrenbürgerschaft wurde Wolfgang Kahl am 4. 11. 1993 verliehen.
Geboren am 29. 10. 1928 in Wernigerode im Harz, in Fürstenwalde beheimatet seit 1973.
Für seine Verdienste beim Wiederaufbau des St. Marien Doms wurde Günter Kuhn Ehrenbürger. Superintendent Kuhn ist es zu verdanken, dass der St. Marien Dom, das Wahrzeichen der Stadt Fürstenwalde, in seiner heutigen Form existiert. Auf sein Betreiben hin wurde unter widrigen Umständen in den 80-er Jahren der DDR eine Dombauhütte gegründet, die auf den Wiederaufbau bzw. die Sanierung des kirchlichen Bauwerks spezialisiert war. Persönlich hat er sich immer wieder für die Fortführung dieses einzigartigen Projektes eingesetzt und auch als Superintendent im Amt und in Ruhe Akzente im gesellschaftlichen Leben der Stadt Fürstenwalde gesetzt.
Die Ehrenbürgerschaft wurde Günter Kuhn im September 1995 verliehen.
Geboren am 27. 10. 1938 in Muschaken, in Fürstenwalde beheimatet seit 1970.
Friedrich Stachat wurde die Ehrenbürgerschaft der Stadt Fürstenwalde für seine Verdienste beim Aufbau der Fürstenwalder Kulturfabrik verliehen. Seit der Wende setzte sich Stachat für die Schaffung eines sozio-kulturellen Zentrums in der Stadt ein, dessen Leiter er 1993 wurde. Immer schwebte ihm vor, Kultur auch wirklich in einer Fabrik zu produzieren und erweckte eine alte Industrieruine direkt neben dem St. Marien Dom zum Leben. Deshalb trägt er auch ehrenhalber den Titel "Kulturfabrikant". Sein 65. Geburtstag war Anlass, sowohl seine individuellen künstlerischen Leistungen, die Spuren, die er in der Stadt hinterlassen hat, aber auch sein Lebenswerk Kulturfabrik zu ehren.
Die Ehrenbürgerschaft wurde ihm am 25. 10. 2003 verliehen.
Seit dem Jahr 2005 wird alljährlich im Rahmen des Neujahrsempfangs der Stadt Fürstenwalde der "Goldene Rabe" verliehen. Auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung wird jeweils ein Bürger oder eine Bürgerin ausgewählt, der oder die sich besondere Verdienste erworben hat.
| Jahr | Wer | Wofür |
|---|---|---|
| 2005 | Wolfgang Andres | für die Vorbereitung und Durchführung der Bundeschortage 2004 |
| 2006 | Georg Popp | für sein Engagement für die große Domorgel 2005 |
| 2007 | Günter Bohr | für sein Engagement um die Gründung und die Attraktivität des Fürstenwalder Heimattiergartens |
| 2008 | Peter Apitz | für die Idee und die jährliche Durchführung der Fürstenwalder Jazztage |
| 2009 | Erika Schulz | für den persönlichen Einsatz, die Erinnerung an das Internierungslager Ketschendorf wach zu halten |
| 2010 | Jochen Seidler | für seine jahrelange Arbeit als Leiter der Musikschule, als Dirigent der Bigband und seine taktvolle Förderung junger Musiker |
| 2011 | Gerda Kuhn | für ihre Verdienste um die Gründung des Fürstenwalder Hospizvereins und ihre unermüdliche, persönliche und tröstliche Begleitung |
| 2012 | Hannelore Hoffmann | für ihr beispielhaftes ehrenamtliches Engagement in der Seniorenarbeit |
| 2013 | Alfred Wegewitz | - dem lebendigen Gedächtnis der Stadt - für seine historischen Aufarbeitungen und Denkanstöße |